SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

sylvesterengel

Fotos — Sylvia am 29. Dezember 2006  

sylvesterengel

MEHR ZEN BITTE!!!!!

Tagebuch — Sylvia am 28. Dezember 2006  

geht nicht in den blumenladen! ihr glaubt es nicht! vorhin wollte ich noch ein bisschen frisches tannengrün kaufen, weils so schön duftet und überhaupt – wie treu sind deine blätter… im winter gibts das eben. hats das
zu geben, so! aber – nein! – das ist jetzt vorbei. stattdessen stehen da knallebunt und frech die ersten frühlingsboten: primeln. und da – tulpen auch! ja spinn ich? der
winter hat grad angefangen, so’n bisschen kühle zu versprühen, erste schneeflocken schüchtern zu verstreuen – und ich soll jetzt…? nee, kommt nicht in die tüte! ich trau mich gar nicht in den supermarkt. wahrscheinlich find ich da die ersten bunten eier? oder erwisch die verkäufer dabei, wie sie die weihnachtsmänner ausziehen und den braunen schokokerlen ’n neues outfit mit langen ohren und puschelschwanz verpassen? oh nee! lasst mich doch einfach für immer zufrieden mit dem „zu früh“! mensch menschen!

ja, das ist eine schö-hö-ne zeit…

Tagebuch — Sylvia am 22. Dezember 2006  

schmorlstern

das ist ja das lustige in der zeit der liebe und besinnung! es ist alles ganz anders herum als gemeint… herumherumherumgerenne, geschiebe, geschubse, taschenumdieohrngehaue, hussa! da ist man doch gern auf der jagd nach den letzten vergessenen dingen. geschenkpapier und glitzerstifte,
noch ne dvd bei 2001, ein paar knusperkekse, weil die eigenen schon längst weggeschrotet wurden. man spürt am kneifen des hosenbunds, wo’s jetzt sitzt, das leckere knusperchen. die lütten sind unterwegs im abenteuerland, die ganz lütten mein ich, die in den kinderkarren sitzen. das muss ein tolles leben sein, jede sekunde ein neuer rumms, fast so schön wie autoscooter-fahren. die eltern nämlich wollen ihren kleinen was bieten, deshalb benutzen sie die karren als wegbereiter und waffe. zack, so, dem mal eins über die zehen, klack, der ollen mal eben das teil in die hacken gerammt, hui, so wird der weg gebahnt im getümmel. und aus den lautsprechern am kinderkarussell tönt: …. na, ihr wisst schon…

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