SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

totensonntag

Tagebuch — Sylvia am 23. November 2008  

engel urne

totensonntag

christbaumkugeln spiegeln

das ewige licht

die schneenacht

Tagebuch — Sylvia am 22. November 2008  

die schneenacht

das war, als wir nach hause kamen… in der kneipe saßen wir und aßen fette wurst, tranken bier und drauf einen jubi, nein zwei. und je später es wurde, desto mehr menschen gingen rauchen oder aufs klo – oder so. und alle kamen wieder rein und deuteten zwischen zeigefinger und daumen an: :——-: so groß – oder irgend so etwas. wir quatschten und dachten ach naja, was haben die denn fürn problem. dann verließen wir die kneipe und whow: knartsch knartsch knartsch – schneeeeeeeeeeeee. so schnell kanns geh’n, nee – falln.

an tagen wie gestern…

Tagebuch — Sylvia am 21. November 2008  

kind

an tagen wie gestern scheint es, als habe jemand einen
fetten nassen quast mit grau über ein van gogh-gemälde
gezogen, alle farben ausgelöscht, das leben ist ein toter
starrer monitor, auf dem nichts sich regt. du selbst
bist eine nacktschnecke, die sich nach einem
dieser spiraligen perlmuttwunder sehnt, wie sie ihre behausten
kolleginnen mit sich herumtragen. dann kann es sein,
dass alles so bleibt, kalt und grau, den ganzen tag.
oder ein kind kommt zu dir und sagt: „duhu, weisst du,
du bist so lieb wie himmel hoch.“ dann hast du
echt schwein gehabt…

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