SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

klangwelten08

Tagebuch — Sylvia am 7. Dezember 2008  

klangwelten08

wie schnell dieses jahr verging. schon wieder saßen wir in der kirche und es schien als hätte die pferdekopfgeige nie in ihrem kasten gelegen,als hätte engkh jargal nie aufgehört gänsehauttöne zu singen, als wären wir einfach sitzen geblieben und hätten ein jahr lang gelauscht von morgens bis abends und nächtedurch diese musik getrunken und durch uns hindurch gelassen neu zu beginnen und ach und es hört auch nicht wirklich auf in meinem kopf laufen sie noch immer im kreis die töne die klänge die beats der wagogo-ladies das blubbern der jatinder thakur tabla die kaval-, gedulka- und dudelsacktöne von nikola parov die kora die stimme von tata dindin die harfen von oppermann – auch die namen musik auch die menschengestalten die schönen frauen und männer musik musik und

haiku

Tagebuch — Sylvia am 4. Dezember 2008  

schneemänner

vom schneefall gestern
blieben nur weiße ränder
auf meinen schuhen

altes gedicht

Lyrik — Sylvia am 2. Dezember 2008  

eismeerschweigen

halte
dich fern
von mir bleib
fort
durch mein zelt
wandern
sandkarawanen
in jedem
rissigen winkel
kauert
erfrorenes licht
verglüht
der duft
von blutorangen
und mimosen
purpurworte
verweht
im aschekreis
bück dich
zu rätseln
und höre dem blühen der sandrosen zu

 

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