winzigkalt

winzigkalt nur
dieser tag
sonnentag
eismann rennt durch eichenlaub
eismann renn’!
eismann rinn’!
eismann schnell -
verdufte!
einsamstill im pfützenspiegel
steh’n schwarze bäume
kopf

winzigkalt nur
dieser tag
sonnentag
eismann rennt durch eichenlaub
eismann renn’!
eismann rinn’!
eismann schnell -
verdufte!
einsamstill im pfützenspiegel
steh’n schwarze bäume
kopf

mond mond steig auf
im banner der nacht
schwärze im blick
und nattern
böse schwestern
buken kuchen aus asche
rot starb der himmel
als frau holle weinte
kringel aus talg und lumumbaresten
schwammen im see
im gegenwind
singt er
wie wale
wie licht
“Wenn man mich auffordern würde, auf die Ästhetik des Zen zu verzichten und nur eine Eigenschaft beizubehalten, die man braucht, um Kunst zu machen, dann wäre diese Eigenschaft Vertrauen. Wenn wir lernen, uns selbst zu vertrauen, müssen wir durch unsere Kunst nichts mehr beweisen. Dann gestatten wir ihr, einfach aufzutauchen und das zu sein, was sie ist. Die Kunst wird dann mühelos sein. Wie das Haar, das einfach nur wächst. Sie wächst.” John Daido Loore in: “Das Zen der Kreativität”