SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

winzigkalt

Tagebuch — Sylvia am 25. Januar 2009  

eismannrennt

winzigkalt nur

dieser tag

sonnentag

eismann rennt durch eichenlaub

eismann renn‘!

eismann rinn‘!

eismann schnell –

verdufte!

einsamstill im pfützenspiegel

steh’n schwarze bäume

kopf

mond

Tagebuch — Sylvia am 14. Januar 2009  

rummel

mond mond steig auf
im banner der nacht
schwärze im blick
und nattern
böse schwestern
buken kuchen aus asche
rot starb der himmel
als frau holle weinte
kringel aus talg und lumumbaresten
schwammen im see
im gegenwind
singt er
wie wale
wie licht

vertrauen

Tagebuch — Sylvia am 13. Januar 2009  

„Wenn man mich auffordern würde, auf die Ästhetik des Zen zu verzichten und nur eine Eigenschaft beizubehalten, die man braucht, um Kunst zu machen, dann wäre diese Eigenschaft Vertrauen. Wenn wir lernen, uns selbst zu vertrauen, müssen wir durch unsere Kunst nichts mehr beweisen. Dann gestatten wir ihr, einfach aufzutauchen und das zu sein, was sie ist. Die Kunst wird dann mühelos sein. Wie das Haar, das einfach nur wächst. Sie wächst.“ John Daido Loore in: „Das Zen der Kreativität“

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