SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

Tagebuch — Sylvia am 22. März 2010  

kleine blogpause

bilder: Kerstin Bober text: Sylvia Hagenbach

projekt sylvia und kerstin — Sylvia am 21. März 2010  

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in der weiten blauen ferne liegt ein geheimnis versteckt. ich kann es hören. verborgen ist es, ja, sehr still, aber ich spüre sein zittern. vielleicht das barthaar einer kleinen schiffsmaus? nein. es muss etwas größeres sein. ich will es sehen. ich muss es herausfinden. langsam stehe ich auf, gähne, strecke mich, zeige zähne – nur zur probe… ich schleiche näher. oh! sofort wird mir warm. jetzt kann ich es sogar riechen: warm und würzig, wie frühstück unter bäumen, bratfisch und narzissen. und ich kann es hören: das summen der aufspringenden erde, die antwort der duftigen zirpenden federbällchen, die in den ästen schaukeln. oh! meine pfoten zucken, meine barthaare sirren, mein fell – mein fell! es fängt an zu blühen, massiert von goldenen löwenzähnchen. HACH! das war’s nun, herr winter, machs gut. ich schleich mich… von fern ahne ich schon die feurigen spuren des sommers, mit seinen fieberkurven, seinen gnadenlosen schattenfressern. doch der – darf noch warten…

stöckerspiel (text: Sylvia Hagenbach; zeichnungen: Kerstin Bober)

projekt sylvia und kerstin — Sylvia am 21. März 2010  

meine nase
tropft rot
ins gebüsch
in den höfen
rufen mütter
aus fenstern
knallt der ball
gegen ziegelwände
blühen am zaun
die krokusgesichter
nicht heulen
sagst du
nimm!
gibst mir
einen hornigen hühnerfuss
aus deinem hemd
das nach sonne riecht
und nach frisch
aufgebrochener erde
deine wimpen zittern
ein bisschen
wie die federn
an der kehle
der amsel
gestern
unter deinen
fingerspitzen

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