SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

erinnern

Prosaskizzen,Tagebuch — Sylvia am 29. September 2010  

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es liegt eine landschaft dahinter, grünbraungrau, voller hügel. eine schmale straße führt in den wald hinein. von fern sind rufe zu hören, lang und hell, grell flackern lichter die stämme entlang. die tiere drängen sich aneinander, gesenkte köpfe, ihr atem mischt sich mit dem nebel, der langsam heranzieht. im zimmer nebenan singt eine frau, den ganzen tag nur ein lied. manchmal weint sie, manchmal steht sie unter der dusche, halbstundenlang. ich häute zwiebeln, schneide sie. kleine, ganz kleine stückchen, lasse es aus meinen augen rinnen. nur beim zwiebelschneiden gelingt es noch, die quellen sind zu tief verborgen. am hang bewegen sich menschen bergauf, langsam, den blick auf den boden gerichtet, verschwinden sie zwischen den bäumen. das licht wird karg, und nach einer weile fährt ein dunkles auto die straße entlang in den wald hinein. nun ist es zeit. ich ziehe den vorhang zu und verschwinde.

neulich am see

Lyrik,Tagebuch — Sylvia am 28. September 2010  

herbstblatt

sonnenfunken

hüpften die wellen

raufrunter

bis zum nächsten

wolkenschatten

krähen räumten den müllkorb aus

still kam der dampfer

leere sitze

ach nein sagte vater

ach nein lass uns festen

boden unter den füßen

behalten

der dampfer legte ab

und fuhr in den schuppen

wir schauten

in die sonnenfunken

mit halbgeschlossenen augen

euch allen ein entspanntes wochenende…

Bilder,Tagebuch — Sylvia am 24. September 2010  

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