SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

Narri – Narro

Tagebuch — Sylvia am 27. Februar 2015  

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das ist der schlachtruf der narren im Markgräfler Land. die alemannische fasnacht wird eine woche später gefeiert als der rheinische karneval. und sie ist ganz anders. während wir den rheinischen schunkelmützen nicht so zugeneigt sind, haben wir schon vor jahren für diese andere art gepflegten irreseins feuer gefangen. und feurig hats begonnen auf unserer reise. am samstagabend sind wir von badenweiler her zu fuß nach Lipburg gelaufen. schon von weitem konnte man das feuer sehen, das auf dem Lipberg loderte. und dahinter die lichter der rheinebene, die für mich aussehen wie glitzersteine aus der schatztruhe eines riesen, der sie mutwillig dort verstreut hat. ein wirklich prächtiger anblick! meine kamera hatte ich in oberweiler in unserem zimmer vergessen. auch das handy lag da – da lag es gut. so habe ich kein einziges foto vom scheibenfeuer. zum glück gibt es den blog der Markgräflerin

(blogroll: https://markgraeflerin.wordpress.com/2015/02/23/impressionen-vom-fasnachtsfeuer-in-niederweiler/

die markgräflerin war nicht in Lipburg. sie war in Niederweiler, gar nicht weit von dort. und sie hat einen wunderbaren informativen bericht über diesen brauch geschrieben und tolle fotos dazu gestellt. es lohnt wirklich, da rein zu schauen…

morgen gehts weiter…

eine zeitlang verbaselt…

Tagebuch — Sylvia am 26. Februar 2015  

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wir sind wieder da – aber anders. der gang ist ein wenig verschaukelt, wiegend, mit einem kleinen hüpfer auch mal. beim koffer auspacken oder mütze absetzen oder gar beim ärmel runterkrempeln rieseln oder fallen einzelne konfettischnipsel runter auf den braven hannoverschen fußboden. wenn wir den kopf schräg halten, kullern flötentöne heraus und knallende trommelschläge. auch posaunen, trompeten und tubas lassen sich hören und manchmal ein glockenspiel. die verzauberte zeit ist vorbei, schade, aber inwendig bleibt sie wach und auch in den träumen. wie schön!

küchengespräche

Tagebuch — Sylvia am 19. Februar 2015  

dobel20142015 018

nach langem beharrlichem rühren grüßte unvermittelt der eischneegnom aus dem becher. niemals hätte dieser damit gerechnet, dass sich so ein wesen am grunde seines becherwesens verbergen könnte. gerührt sprach der eischneegnom nach langem erstaunten in-die-welt-schauen: aha! alle küchengeräte schwiegen ergriffen. dass ich das noch erleben darf! röchelte schließlich die kaffeemaschine und spuckte ein paar braune pfützen in die kanne. da haben sie recht, aber das haben sie mir zu verdanken, ächzte der quirl. da pfeif ich doch drauf, keuchte der teekessel. schluss jetzt! rief die sicherung, bevor sie mit dem alten schelm durchbrannte.

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