SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

bruno ist da

Tagebuch — Sylvia am 25. Februar 2017  

ganz Döhren ist leicht aus dem häuschen. blumen, prosecco, umarmungen, begeistertes händeschütteln allüberall. auch tische und stühle werden nach draußen gestellt. es ist noch recht frisch, egal. vielleicht über mittag… La Gelateria hat nach der langen winterpause die türen wieder aufgemacht. mein erstes eis dieses jahr – eine kugel weisse schokolade. dazu ein espresso und ein klönschnack über alte zeiten. und über lieblingseis. und dass es jetzt aber mal zeit wurde. ein stückchen frühling ist erreicht.

kleine freuden

Tagebuch — Sylvia am 14. Februar 2017  

der tag des abschieds am samstag brachte auch noch etwas schönes neues. in einem kleinen ladengeschäft, ein paar schritte nur entfernt von Litera, betreibt Julia Heuser ein interessantes geschäft:

im laden fand ich die inhaberin und eine poetin, Julia Sander. Julia saß an der schreibmaschine und schrieb ihre gedichte auf bütten, auch stempel kamen zum einsatz. sie sagte mir, ich könne auch eigene texte bringen… also ging ich heute noch mal hin und brachte ihr mein valentins-haiku vom letzten jahr:

mein herz schenk ich dir –

herz voller liebesperlen

und rummelplatzduft…

dann ging ich ein wenig bummeln auf der Lister Meile. nach einer halben stunde hielt ich mein gedicht in der hand, getippt und gestempelt, ganz frisch und neu gestaltet. ich trug es nach hause und hier ist es nun:

 

happy valentine…

 

da

Tagebuch — Sylvia am 13. Februar 2017  

ich dreh mich weg und winke mit links. allein die frau unter meinem rechten schulterblatt wagt einen blick zurück. das sollst du nicht tun sagt Lot das sollst du nicht tun. ach was sagt sie, mir egal. zu spät. nun steht sie da, eine salzige grüne verrenkung zwischen roten schwingen. doch ich weiss, hier geht es gut aus. alle finger zeigen auf das neue land. ein acker, ein eimer, eine harke. viele maulwurfsburgen im fahlen grün. im nachbargarten schrauben zwei bärtige männer an einer pumpe herum. und da – siehst du es nicht – gleich dahinter – da – kommt der frühling.

 

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