SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

der fixe strich

Tagebuch — Sylvia am 30. August 2018  

vor ein paar wochen gönnte ich mir was richtig gutes: einen zeichenworkshop mit Aljosha Blau (blogroll, oben). hier in Hannover. ich wollte wieder in gang kommen – zeichnerisch. und ich dachte mir, mei, das geht schnell. schließlich kann ich es. hab es mal gelernt.  aber wie es so ist – ich habs ziemlich VERlernt. fast hätt ich die stifte in die ecke geschmissen, es wollte und wollte nicht. vielleicht wollte ich was anderes als der stift. ich weiss es nicht. gestern hatte ich es satt. und ich erinnerte mich daran, was mein alter zeichenlehrer einst verkündete, wenns bei mir wieder mal so weit war: „Jede Bemühung bringt automatisch einen Erfolg!“. Ha.Ha. viel gegrummel. dann viel musik im ohr. und dann hörte ich von fern Aljosha sagen: „Auch mal blind zeichnen. Nur aufs Motiv. Nicht aufs Blatt gucken.“ krakelkrakel dachte ich. krakelkrakelkrakel. dann probierte ichs aus. es sah sehr seltsam aus. in der straßenbahn machte ich weiter. und plötzlich:

es kommt wieder. langsam. ich freue mich!

 

wilde frauen

Tagebuch — Sylvia am 29. August 2018  

es ist lange her. es war Advent, es war kalt, der wind rüttelte an allem, was am wege war, auch an mir. aber es war egal. da standen drei frauen auf dem marktplatz, die sangen. es waren nicht die aus dem film unten. sie waren älter, verwittert, zerknittert. aber diese stimmen! plötzlich merkte ich, dass ich heulte. ich kaufte mir eine cd, die mir leider irgendwann abhanden kam. neulich fand ich in einem blog (danke! danke! danke! leider weiss ich nicht mehr, wo) diese jüngeren frauen und ich hörte und sah:

so hatte es sich angehört, damals. nur ein wenig braver. aber genauso stark und wild und aufwühlend. heut abend hab ich die stöpsel im ohr. und ich singe. laut. wahrscheinlich falsch. aber das ist egal.  hier ist das andere. das, was in keiner schlagzeile erscheint. hier ist kraft. hier ist hingabe. ich schaue zu meinem akkordeon. das steht da schon lang, unangeguckt. ungespielt. wenn ich mich ausgesungen habe, nehme ich es aus dem koffer.

schatzpäckchen

Tagebuch — Sylvia am 25. August 2018  

ein päckchen kam an – große freude! dank an die großherzige verschenkerin, für das buch und den schön gestalteten briefumschlag. bald werde ich es (das buch) wie angekündigt „verschlingen“, dazu den einen oder anderen apfel…ja!

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