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	<title>SYLVIA HAGENBACH &#187; Prosaskizzen</title>
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		<title>aus dem busfenster schauen</title>
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		<pubDate>Sun, 08 Jan 2012 10:35:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosaskizzen]]></category>

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		<description><![CDATA[die frau mit den roten verquollenen augen stand in ihrem garten. sie hatte die arme über der brust verschränkt. das gartentor stand weit offen, schleifspuren führten hinaus über die straße bis zu dem stück roten sandes, auf dem eine riesige tanne lag. die rötliche schnittfläche zeigte zur gartentür. männer in königsblauen westen schlugen die äste [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>die frau mit den roten verquollenen augen stand in ihrem garten. sie hatte die arme über der brust verschränkt. das gartentor stand weit offen, schleifspuren führten hinaus über die straße bis zu dem stück roten sandes, auf dem eine riesige tanne lag. die rötliche schnittfläche zeigte zur gartentür. männer in königsblauen westen schlugen die äste vom baum.</p>
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		<title>beschreibung &#8211; weisse aster</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Sep 2011 12:47:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[wie peitschenlampen verneigen sich kühle schmale blütenblätter vor der mitte. rund. ein giftgelber tümpel, in dem sternensonnen sprühen. wenn ich die augen zukneife, sehe ich einen fransigen bagel mit viel weissem zuckerguss. oder den kopf eines rundlichen mönches von oben, gelbe kopfhaut, weisses plusterhaar. die kühle weissheit knistert köstlich unter meinen fingern. dieses ganze runde [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>wie peitschenlampen verneigen sich kühle schmale<br />
blütenblätter vor der mitte. rund. ein giftgelber tümpel, in dem<br />
sternensonnen sprühen. wenn ich die augen zukneife, sehe ich<br />
einen fransigen bagel mit viel weissem zuckerguss. oder den kopf eines<br />
rundlichen mönches von oben, gelbe kopfhaut, weisses<br />
plusterhaar. die kühle weissheit knistert köstlich<br />
unter meinen fingern. dieses ganze runde albinokükenwunder<br />
faltet sich auf aus einem grünen stängel, der in einen spinnen-<br />
ähnlichen körper mündet. wenn ich über das grün streiche denke<br />
ich an die unrasierte wange meines vaters.</p>
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		<title>schützenliesel2 &#8211; im bierzelt</title>
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		<pubDate>Sat, 09 Jul 2011 20:13:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sylvia</dc:creator>
				<category><![CDATA[Prosaskizzen]]></category>
		<category><![CDATA[Tagebuch]]></category>

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		<description><![CDATA[&#160; den kopf muss er nach hinten legen beim sitzen. wenn er den kopf sinken liesse, würde sich das fleisch vom kragen her in wellen langsam über sein gesicht schieben. alle gesichtshöhlungen würden sich füllen mit dem fleisch, das ihm gewachsen ist aus kartoffeln, kraut und braten, litern von bier und korn und lüttjen lagen. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img alt="CIMG0327" src="http://www.sylviahagenbach.de/wp-content/uploads/2011/07/cimg0327.jpg" width="450" height="337" /></p>
<p>&nbsp;</p>
<p>den kopf muss er nach hinten legen beim sitzen.<br />
wenn er den kopf sinken liesse, würde sich das<br />
fleisch vom kragen her in wellen langsam über<br />
sein gesicht schieben. alle gesichtshöhlungen<br />
würden sich füllen mit dem fleisch,<br />
das ihm gewachsen ist aus kartoffeln, kraut<br />
und braten, litern von bier und korn und lüttjen lagen.<br />
um die überschwemmung und das darauf wahr-<br />
scheinlich erfolgende ersticken zu vermeiden,<br />
muss er den kopf nach hinten legen.<br />
auch beim gehen muss er das tun, zur verlagerung<br />
des schwerpunkts. würde er nicht den kopf nach<br />
hinten legen beim gehen, könnte er nicht die leicht<br />
nach rückwärts geneigte körperhaltung erlangen,<br />
die sein überleben ermöglicht. liesse er seinen<br />
körper nur um ein weniges nach vorn sacken, um die<br />
anspannung zu mildern, hätte das schlimme<br />
folgen:<br />
die bauchkugel würde sich rückhaltlos nach vorn stülpen,<br />
würde den rest mit sich reissen, rundkopf, melonenarme,<br />
keulenbeine, alles, die klotzpranken würden auf der<br />
suche nach halt durch die luft rudern und dabei<br />
nichtsahnende passanten zu fall bringen. die masse<br />
würde über ihnen zusammenschwappen und sie dem er-<br />
stickungstod anheimgeben. durch die wucht des aufpralls<br />
würde der herzschrittmacher des herrn p. zertrümmert,<br />
die auslaufende batteriesäure würde ihm ein brennendes<br />
gefühl im brustraum verursachen, für kurze zeit nur,<br />
und dann wäre es aus mit ihm.<br />
deshalb geht er nicht gern herum, der herr p., vorsichtig<br />
ist er, sitzt lieber tag für tag im bierzelt, den<br />
kopf bedachtsam nach hinten gelegt, und sinniert über<br />
die gesetze der schwerkraft.</p>
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