SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

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Tagebuch — Sylvia am 5. Februar 2012  

Foto: Jürgen Gisselbrecht                Text: Sylvia Hagenbach

so schwer
kann nicht

liege
vor der untersten
stufe so so so
steil plepp plepp plepp

kam ich von oben
plepp plepp
plepp

ich arme
ich grüne
ich trockene
ich alte harte

erbse

 

 

Foto: Sylvia Hagenbach               Text: Jürgen Gisselbrecht

 

“Junge, halt die Klappe und schäl’ die Kartoffeln fertig”
Meine Großmutter gab mir ein Messer, kein Schälmesser, sondern das Buttermesser und ließ mich einmal die Woche drei Kilogramm Kartoffeln schälen.
“Vergiss die Augen nicht rauszuschneiden, Junge!”
Ihre Augen waren fast blind, deshalb musste ich ihr jahrelang die Kartoffeln schälen.
“Für die Kartoffelsuppe, Bratkartoffeln mit Gehacktem – das reicht mir für die Woche.”
Sie lud mich nie zum Essen ein, sie gab mir nie Taschengeld, sie zupfte nur an ihren Barthaaren am Kinn wenn ich kam und schwieg wenn ich etwas über meinen Großvater erfahren wollte.
Ich durfte “Das neue Blatt” lesen und bekam Birnensaft, der mir nicht schmeckte. Die Augen schnitt ich nie aus den Kartoffeln heraus. Bei der Beerdigung warf ich eine Kartoffelschale auf ihr Grab.

gardinenpredigt

Tagebuch — Sylvia am 4. Februar 2012  

gardinenpresigt3

noch eine

Tagebuch — Sylvia am 31. Januar 2012  

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