gestern
gestern war alles schwarz. das fenster offen zum himmel hin, doch nicht der leiseste wischer einer augenweide. schon lange war das so, viele lange wochen hatte er gedacht, es würde nie mehr eine andere farbe für ihn geben als dieses finstere schwarz da draußen. er zog die vorhänge zu und lauschte nach innen. ganz tief hinein stieg er, ganz hinein in seine heimlichen höhlen und kammern, und verweilte, lang. nicht heller war es dort, nicht heller als draußen. da konnte er genauso gut hier sein. doch je länger er verweilte, umso mehr entdeckte er. entdeckte, wie die schatten so vielfältig waren, nicht einfach schwarz, nein, auch grau auch hellschwarz und braun, kieselgrau, regengrau, auch mauseschwanzgrau, rosa sogar. er schaute und schaute, bis die schatten begannen, blüten zu treiben, noch mehr, noch mehr! er jauchzte, sprang auf, zog die vorhänge vom fenster und rief: es ist ja frühling! und ich habe es gar nicht bemerkt!
