SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

tanzen singen hüpfen schwitzen glücklich sein

Tagebuch — Sylvia am 3. Februar 2019  

auf zum konzert der band „17 Hippies“ aus Berlin und der weltschmerz sagt mal tschüssssss! das konzert der großartigen band im Pavillon Hannover pustete alle winterschlacken aus hirn und herz, achwas, überall raus. den leuten wurde dampf gemacht, der saal war am simmern und sieden und explodieren. achja, mehr mehr mehr davon im kalten winterdreck – denk ich mir. aber heut sind sie schon woanders.

konservenmusik ist natürlich kein konzert. aber tanzen schwitzen hüpfen singen – geht dazu auch – zum glück. ich geh an den schrank und hol die cds – und dann mal los…

hier noch ein älterer filmschnipsel

was ist es nur

Tagebuch — Sylvia am 3. Februar 2019  

was zog mich so magisch an? eine schönheit ist sie nicht, das sehe ich jetzt. das haben fotos oft so an sich, sie zeigen nüchtern und kühl, was da ist. und zwischen all dem neu dazu gestellten kruscht schaut sie selber kruschtig aus. entliebt? dennoch… sie fordert mich heraus. irgendetwas „ist“ da. vielleicht finde ich es ja noch heraus.

blutorangenschalenturm

Tagebuch — Sylvia am 1. Februar 2019  

die kleine süße lampe steht noch immer im laden. aber sie ziert sich sehr. fotografieren lassen möchte sie sich nicht, vehement lenkt sie ab von sich durch tausend spiegeleien. lass mich, scheint sie zu sagen. lass mich oder kauf mich. ich sage nein zum kauf und gehe heim. denke darüber nach, wer wohl darunter saß, tageabendelang, manchmal nachts, schlaflos aber aufgehoben in ihrem sanften scheinen, mit einem buch und seinen gestalten, die herausklettern, über das lampentischchen schlittern, vom heissen tee schlürfen, einen keks knabbern und pünktlich zum auftritt auf seite 34 oder sonstwas wieder hineinspringen, als sei nichts gewesen.

später gehe ich in die küche und schlachte orangen. aus ihren schalen baue ich einen turm. ihr blut trinke ich aus einem hohen glas. gesundheit!

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