SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

Zeichnung: Kerstin Bober Text: Sylvia Hagenbach

Tagebuch — Sylvia am 1. Juni 2010  

 

Es ist so schön, an einem sonnigen Frühlingstag im Baum zu hängen. Ein kleiner Wind bewegt die Blätter, die frisch aus den Zweigen zischen, pelzige kleine Wesen schlürfen Nektar aus Blütenkelchen. Und all dies wiegen und zischeln und flüstern, dies summen und schlürfen und schaukeln ließen mich in einen winzigen Schlaf fallen. Schön war das. ganz weit weg war ich, die Ausrufe der Menschen vor dem Zaun hörte ich nur noch ganz undeutlich, och guck mal ist der süß, ach sieh doch nein wie drollig wie niedlich och och och. Schön war das. Ein tiefer Atemzug – und sofort war ich wach, ein Riesennieser löste sich aus meiner Nase Haaaaaaaaaaaaaaatschiiiiiiiiiiii.

Was hat mich da so an der Nase gekitzelt? Ich schnuppere ein bisschen und schaue mich um. Da höre ich es: ein sirrendes sägendes Geräusch und fiese Flüche dazwischen. Was – ist das?

Ah – da sehe ich es: ein kleines grünes Blatt rennt den Ast entlang. Wach ich? Träum ich? “He, Blatt!” rufe ich – “He, Blatt! Was machst du da? Wieso kannst du laufen?”

8 Comments »

Comment by carola

3. Juni 2010 @ 19:21

Hallo Sylvia,

das rennende Blatt gefällt mir:-))
Der erste Satz “ es ist so schön, an einem sonnigen Frühlingstag im Baum zu hängen“ hat mich gleich an der Angel. Ich hoffe, wir lesen und sehen noch mehr von Herrn Bär?

Nach so langer Abstinenz wieder hier zu stöbern ist richtig schön.

Inzwischen blogge ich auch wieder. Vielleicht hast Du Lust mich in meinem “ Garten“ zu besuchen.

Herzliche Grüße und ein schönes sonniges Wochenende
Carola

Comment by sylvia

4. Juni 2010 @ 08:49

hallo Carola,
das ist eine gemeinschaftsproduktion mit meiner freundin Kerstin – sie zeichnet – ich texte – das macht
viel spaß;-))). an diesem wochenende muss ich mich sputen, um den anschluss zu behalten…
liebe grüße
Sylvia

Comment by Dietmar

5. Juni 2010 @ 07:02

Frage: wie hält man Anschluss an Tiere, die davonrennen? Ich erlebe sie, draußen und drinnen, immer als davonrennend, wegfliegend, abtauchend.
Sie flüchten, laufen vor dem Auge davon, vor dem der Kamera erst recht, auch vor der Hand, die sie unauffällig skizzieren will. Wie kommst du da hinterher, ohne Flügel oder schnellere Beine anzulegen? Und wo kriegt man die in der Eile her?

Comment by carola

8. Juni 2010 @ 18:54

Freue mich schon auf die Fortsetzung!!!!
Wird das ein Buch?

Liebe Grüße Carola

Comment by seelenruhig

9. Juni 2010 @ 11:14

Es ist so schön, an einem sonnigen Frühlingstag im Baum zu hängen….. mit dem Satz ging es mir wie Carola! Da hatte ich gleich angebissen!!

Gemeinschaftswerke sind so schön!! Erstmal natürlich für die, die sie schaffen, dann aber für uns alle!!

liebe Grüße von Ellen

Comment by sylvia

11. Juni 2010 @ 05:48

es gibt eine kleine pause in diesem projekt – wir experimentieren ein wenig… aber es geht auf jeden fall weiter!

Comment by carola

14. Juni 2010 @ 20:05

Pause?????

Und womit soll ich meinen „tristen Alltag“ füllen????

Na gut, dann hänge ich mich für ein paar Tage in einen Baum und hoffe auf weitere Geschichten.

Voller Neugier und Vorfreude

liebe Grüße

carola

Comment by sylvia

16. Juni 2010 @ 05:05

liebe Carola –
guck mal auf Kerstins seite (linkliste)…
da kannst du wenigstens schon mal gucken;-)))

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