da

Von | 13. Februar 2017

ich dreh mich weg und winke mit links. allein die frau unter meinem rechten schulterblatt wagt einen blick zurück. das sollst du nicht tun sagt Lot das sollst du nicht tun. ach was sagt sie, mir egal. zu spät. nun steht sie da, eine salzige grüne verrenkung zwischen roten schwingen. doch ich weiss, hier geht es gut aus. alle finger zeigen auf das neue land. ein acker, ein eimer, eine harke. viele maulwurfsburgen im fahlen grün. im nachbargarten schrauben zwei bärtige männer an einer pumpe herum. und da – siehst du es nicht – gleich dahinter – da – kommt der frühling.

 

bye bye Litera

Von | 12. Februar 2017

hinter diesem schaufenster lebte die ganze welt. in regalen, auf tischen gestapelt, verlockende fährten waren gelegt. auf engem raum eine große weite – hier fand ich bücher, denen ich bestimmt nirgendwo sonst begegnet wäre. dem entzücken, den überraschungen entkam ich nie. wollte ich auch gar nicht. wenn ich die tür öffnete und den kleinen laden betrat, blieb jeder frust davor. draußen vor der tür. drinnen tauchte ich in eine andere welt. links belletristik, nach ländern geordnet, eine kleine feine auswahl. rechts poesie, biografie, musik-, literaturwissenschaftliches. links oben fernöstliches, buddha, zen. eine inspirierende bildpostkartenauswahl. street art, design, bildende kunst, fotografie, garten, kochen, kinder. politik, soziologie, philosiophie, reisen, spirituelles, psychologie. kalender. krimis. weiss nicht, ob ich alles nannte. ein kleiner laden, so klug und reich ausgestattet. nun ists vorbei mit dem wundersamen zauberhaften buchparadies. am samstag gabs ein abschiedsfest zwischen den fast leeren regalen.

ein melancholisches akkordeon atmete abschied, der musiker schaute versonnen auf das gewimmel der liebenden, die sich ein letztes mal durch den raum bewegten. tanzten sie? weinten sie? ach, von allem ein bisschen. manche kauten auch schnittchen, manche tranken saft. andere sekt. andere wasser. oder sonstwas.

ein blick aus dem fenster, viele rannten vorbei und ahnten nichts.

viele menschen standen schlange, um Frau G. tschüss zu sagen und sich zu bedanken für 20 großartige spannende jahre. dort stand sie, schmal und blass in ihren dunklen gewändern, ein wenig mönchisch schaut sie aus. sah ich ein feuchtes schimmern in ihrem linken augenwinkel oder war es eine spiegelung – ich weiss es nicht. und so sag ichs hier noch mal: danke, Frau G.! es war zauberhaft! keine ahnung, ob es jemals wieder einen solchen laden gibt. vielleicht woanders. aber hier?

schon jetzt

Von | 2. Februar 2017

so ist es nicht

dass wir die schattenspiele

in kargen farben

nicht zu schätzen wüssten

nicht die raren sprengsel

von fleecedecken-

und straßenbahngrün

im stadtbild

doch die sehnsucht

sucht mehr

sucht anderes

schon jetzt

im städtischen

februar