gehört

Von | 13. August 2026

fahr mal wieder bus, schaue raus und höre,

was der mann da schräg gegenüber in sein handy redet.

kommt man ja nicht drumrum.

„die federn hab ich schon gekauft.“ und gleich geht der

film in meinem kopf los: wie dieser mann im muskelshirt,

ein wenig bullig und motzig, vor einem tisch mit federn

sitzt und schmuckstücke bastelt. ohrringe, ketten, armbänder…

ich freue mich an dem film, der jäh unterbrochen wird:

„ja die federn hab ich nun, aber mir fehlen noch die stoß-

dämpfer. kannst du dich drum kümmern?“

wie viele tage

Von | 20. Juli 2026

„Wie viele Tage muss ich gehen – zu Gast in unbekannter Nachbarschaft“, so heisst ein buch von Millay Hyatt, das ich gerade gelesen habe. ich liebe es, über solche projekte zu lesen. Millay Hyatt hat einen reiseessay verfasst über eine wanderung von Berlin aus in richtung osten. irgendwann kommt sie sogar in Polen an. nur ein altes handy zum telefonieren, ohne praktische smartphone-funktionen, hat sie dabei. aber fontane im rucksack. die selbstverordnete regel lautet: die gastgeber/die gastgeberinnen rufen jeweils bekannte am nächsten zielort an, ob sie der wanderin unterkunft gewähren können. spannend! meistens klappts, manchmal hakts. unterwegs fragt sie sich manchmal, ob sie je aus ihrer eigenen bubble rauskommt, denn die jeweiligen gastgeber/gastgeberinnen sind alle ähnlich sozialisiert wie die wanderin und auch ähnlich in den ansichten. eigentlich wollte sie ja ganz viele unterschiedliche lebensformen kennenlernen. gelingt fast nicht. es liest sich meist gut, unterhaltsam, ich fieberte mit ihr, litt mit ihr beim gang durch wälder, verlassene landschaften, beim übernachten in teilweise abenteuerlichen unterkünften. denn irgendwann war ich ja auch mal eine weitwanderin. ich finde, es lohnt sich, diese reiseerlebnisse zu lesen. manchmal hätte ich mir etwas weniger geschichte und mehr geschichten gewünscht, aber nun. jede wandert anders. auf jeden fall lohnt sich das lesen!