wächter am eingang des parks
mit sanfter bewegter gebärde
breitest du deine zweige
im goldrausch stehe ich
und warte wie marie
auf deinen segen
die enten schlafen
das brot ist gegessen
bleibt noch
der weg ins haus
für dich, Leonard. du hast mich beim frühstück zum heulen gebracht.
barfuß abends am feuer sitzen. den typ mit der gitarre anschmachten, der „Suzanne“ in den dunklen himmel haucht. liebeskummer tag- und nächtelang. liebesglück, berührungen, schüchterne küsse. knutschereien beim stehblues. regenmelancholische vergammelte tage mit räucherstäbchen und kerzenmeeren. Leonard, begleiter durchs leben, high and low, tröster in manch eisiger gletscherspalte. fast heitere melancholie, dance me to, dance me to. you want it darker – du hast es gesungen, gerade, eben, vor kurzem. hineni hineni. I’m ready my Lord.
danke, Leonard, für vieles. friede sei mit dir.
fund einer maronischale
ein stacheliges etwas, aufgeplatzt. gevierteilte kugel, an der rückseite unversehrt. die gevierteilte seite gibt einen glitschigen innenraum frei, der verlassen und verletzlich wirkt. verlassen von den anscheinend vier maronifrüchten, die wohl irgendwo zu meinen füßen im laub verborgen sind oder schon beim maroniverkäufer mit dem dampfenden wägelchen auf dem marktplatz.
beim drehen und wenden der rötlichbraunen stachelkugel krabbelt eilig ein filigranes, fast durchsichtiges wesen heraus. eine spinne, fast gleichfarbig mit dem stachelgebilde, seilt sich ab und klettert flink über meine stiefelspitze hinab ins laub. ich wende mich wieder der maronischale zu und denke, dass sie mich an einen kopf erinnert. der stiel, mit dem es am zweig des baumes befestigt war, schaut aus wie eine feinporige orangebraune nase. augen und mund liegen verborgen im spitzen gestrüpp, das das gesicht über und über bedeckt.
die befragung des stachelkopfes, in was für einem film er gern die hauptrolle übernehmen würde, führt zu keinem befriedigenden ergebnis. nur ein leichter stich in den daumen lässt mich vermuten, dass er diese frage nicht für angemessen hält.