gingko

Von | 16. November 2016

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wächter am eingang des parks

mit sanfter bewegter gebärde

breitest du deine zweige

im goldrausch stehe ich

und warte wie marie

auf deinen segen

die enten schlafen

das brot ist gegessen

bleibt noch

der weg ins haus

dance me

Von | 11. November 2016

für dich, Leonard. du hast mich beim frühstück zum heulen gebracht.

barfuß abends am feuer sitzen. den typ mit der gitarre anschmachten, der „Suzanne“ in den dunklen himmel haucht. liebeskummer tag- und nächtelang. liebesglück, berührungen, schüchterne küsse. knutschereien beim stehblues. regenmelancholische vergammelte tage mit räucherstäbchen und kerzenmeeren. Leonard, begleiter durchs leben, high and low, tröster in manch eisiger gletscherspalte. fast heitere melancholie, dance me to, dance me to. you want it darker – du hast es gesungen, gerade, eben, vor kurzem. hineni hineni. I’m ready my Lord.

danke, Leonard, für vieles. friede sei mit dir.

https://www.youtube.com/watch?v=ye6JssTdnvw

der wald ist meine Freude I.

Von | 10. November 2016

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fund einer maronischale

ein stacheliges etwas, aufgeplatzt. gevierteilte kugel, an der rückseite unversehrt. die gevierteilte seite gibt einen glitschigen innenraum frei, der verlassen und verletzlich wirkt. verlassen von den anscheinend vier maronifrüchten, die wohl irgendwo zu meinen füßen im laub verborgen sind oder schon beim maroniverkäufer mit dem dampfenden wägelchen auf dem marktplatz.

beim drehen und wenden der rötlichbraunen stachelkugel krabbelt eilig ein filigranes, fast durchsichtiges wesen heraus. eine spinne, fast gleichfarbig mit dem stachelgebilde, seilt sich ab und klettert flink über meine stiefelspitze hinab ins laub. ich wende mich wieder der maronischale zu und denke, dass sie mich an einen kopf erinnert. der stiel, mit dem es am zweig des baumes befestigt war, schaut aus wie eine feinporige orangebraune nase. augen und mund liegen verborgen im spitzen gestrüpp, das das gesicht über und über bedeckt.

die befragung des stachelkopfes, in was für einem film er gern die hauptrolle übernehmen würde, führt zu keinem befriedigenden ergebnis. nur ein leichter stich in den daumen lässt mich vermuten, dass er diese frage nicht für angemessen hält.