in der galerie

Von | 10. November 2019

müde vom schauen wollen die augen nichts mehr, rein gar nichts. auch der kopf macht nicht mehr mit, so viele verschiedene kunstauffassungen sind an den wänden versammelt, hängen brav und still oder ranken sich die weissen mauern entlang, sprechen dich an mit großen lettern.

in einem kleinen raum säuselt und raunt dir aus einer bodenklappe ein film entgegen, der dich frösteln lässt. eine familie wohnt anscheinend in einem keller, man kann ihnen beim leben zusehen. die frau trägt gummihandschuhe. in der hand hat sie eine sprühflasche und sprüht. und putzt. und putzt. und putzt. kaum bewegt sich jemand, tut irgendwas, kommt sie geeilt und putzt. die kinder, brav, machen hausaufgaben. jeder radierkrümel wird weggeputzt. die kinder spielen memory, auf einer karte ist ein hund zu sehen. der hund springt von der karte, ist lebendig, die kinder freuen sich, die frau kommt und saugt den hund mit dem staubsauger fort. die decke, auf der die kinder mit dem hund saßen, wird entsorgt hinter einer klappe, wie ein müllschlucker oder ein großes fressendes feuer. die kinder nehmen es hin. im film die stimmung ist bedrohlich, grau, düster, hell-oliv wie die kleidung der personen. der vater sitzt und spielt auf einem kinderblasinstrument. man hat den eindruck, dieser keller sei ein versteck. draußen scheint es sehr gefährlich zu sein, immer dachte ich an radioaktivität. noch immer fängt der film an, sich durch meinen kopf zu drehen.

da tut der blick durch die weissen blumen gut, die auf einem tischchen im galerieraum stehen. dahinter, an der entfernten wand, ein großes vielfarbiges fröhliches gemälde. nein, kein olivgrün mehr heute.

seltsam grün

Von | 8. November 2019

eine seltsam grüne suppe ist das. kartoffeln dacht ich kartoffeln, ja! ging zum markt, sah sellerie, möhrchen, porree ganz zart, petersilienwurzel – ah! die frau am gemüsestand (alles selbst angebaut, geerntet, ausgebreitet) stellte einen strauss zusammen. zuhause schnippelte, dünstete, kochte ich alles und es hatte einen duft, einen duft… die kartoffelstückchen rein. noch ingwer (kleingeschnitten) dazu. einen apfel hineingerieben. prise zucker. salz, pfeffer. nen schwupp übrig gebliebene sahne. seltsam grün. vielleicht hätt ich das selleriegrün rausfischen sollen. egal. trotzdem lecker.