natürlich, selbstverständlich, klaut sich die natur ganz schnell was. manchmal frage ich mich, vermissen die menschen ihre fahrräder nicht, vermissen sie nicht den fahrtwind, der ihnen um die ohren knallt? das flinke vorwärtskommen, mit so einem fahrrad bist du ja schnell sonstwo. aber hier und nicht nur hier – stehen sie, umbirkt, umgrünt, fast festgewachsen. die sättel grün von moos, die metallsachen angerostet. aber festgebunden, angeschlossen. wer rettet sie? wer klaut sie mal eben? leider kann ich nix mehr mit solchen anfangen, zu oft schwindelts mich, bin froh, dass die füße noch fit sind. tja…
früh
am frühen morgen, wenn alles still ist, durch den stadtteil flanieren. schauen. entdecken. sinnen.
es zwinkern fenster im glas der autos, im lack. beim fotografieren dieses eine fenster, ganz oben
entdeckt, den gelben faltenwurf, darauf die schattenzeichnung der streben. zuhause noch mehr
finden hinter den scheiben, die pinsel, die kramkiste, den luftballon aus papier. wer mag da
wohnen?
hinten raus
jeden morgen, früh, gleich die türe auf und raus auf den neuen balkon. tiiiief luft holen, den kaffee aufsetzen. in den hof gucken, den tauben lauschen, guruuu guruuuu, das wilde geflatter vom dach runter, in den hof, in den baum, tauben sind flink, wenn sie wollen. die kaffeemaschine röchelt. und gleich beginnt auch im hof das raucherhustenkonzert, öch öch öch, öööööööööch, rmbrööö. jeden morgen. vielleicht mal das letzte rettchen abends lassen? nuja, meine raucherkarriere endete vor vielen jahrzehnten, ich will mich nicht überheben. die überübernachbarfrau sprengt ihre hortensien. das ist schön, ein mildes rauschen. dann kommt ein mann mit einem – ja, echt – LAUBBLÄSER. da ist kein laub. kein krümel. nix. aber BRRRROOAAAAARRRRR. schnell mach ich die türe zu. das reicht jetzt erst mal.



