oft hab ich mir gewünscht, einmal nach Südtirol zu reisen. und nun – wir waren da! welch eine schönheit. noch immer geh ich wie auf wolken, versuche, mich im flachland wieder einzurichten. eine kleine sehnsucht ist noch da. sie wird bleiben. sie wird größer werden. und dann – wird der rucksack wieder gepackt. wir sind zurück. aber halb hängt das herz noch am langkofel…
mein heissgeliebte kamera ist mir entlaufen. sie ist weg. die fotos auch. da sind nur noch die handyfotos. die sichte ich jetzt und seufze. das kameramodell wird nicht mehr hergestellt. auch gebraucht nur schwer zu kriegen. ein wenig ist es wie liebeskummer. nun probiere ich mit meiner zweiten kamera herum, es geht so. aber es ist nicht dasselbe.
und nun schluss mit dem gejammer! die sonne scheint, ich gehe vor die tür. und schaue nach den hiesigen herrlichkeiten.
vor ein paar wochen gönnte ich mir was richtig gutes: einen zeichenworkshop mit Aljosha Blau (blogroll, oben). hier in Hannover. ich wollte wieder in gang kommen – zeichnerisch. und ich dachte mir, mei, das geht schnell. schließlich kann ich es. hab es mal gelernt. aber wie es so ist – ich habs ziemlich VERlernt. fast hätt ich die stifte in die ecke geschmissen, es wollte und wollte nicht. vielleicht wollte ich was anderes als der stift. ich weiss es nicht. gestern hatte ich es satt. und ich erinnerte mich daran, was mein alter zeichenlehrer einst verkündete, wenns bei mir wieder mal so weit war: „Jede Bemühung bringt automatisch einen Erfolg!“. Ha.Ha. viel gegrummel. dann viel musik im ohr. und dann hörte ich von fern Aljosha sagen: „Auch mal blind zeichnen. Nur aufs Motiv. Nicht aufs Blatt gucken.“ krakelkrakel dachte ich. krakelkrakelkrakel. dann probierte ichs aus. es sah sehr seltsam aus. in der straßenbahn machte ich weiter. und plötzlich:
es ist lange her. es war Advent, es war kalt, der wind rüttelte an allem, was am wege war, auch an mir. aber es war egal. da standen drei frauen auf dem marktplatz, die sangen. es waren nicht die aus dem film unten. sie waren älter, verwittert, zerknittert. aber diese stimmen! plötzlich merkte ich, dass ich heulte. ich kaufte mir eine cd, die mir leider irgendwann abhanden kam. neulich fand ich in einem blog (danke! danke! danke! leider weiss ich nicht mehr, wo) diese jüngeren frauen und ich hörte und sah:
so hatte es sich angehört, damals. nur ein wenig braver. aber genauso stark und wild und aufwühlend. heut abend hab ich die stöpsel im ohr. und ich singe. laut. wahrscheinlich falsch. aber das ist egal. hier ist das andere. das, was in keiner schlagzeile erscheint. hier ist kraft. hier ist hingabe. ich schaue zu meinem akkordeon. das steht da schon lang, unangeguckt. ungespielt. wenn ich mich ausgesungen habe, nehme ich es aus dem koffer.