draußen reden

Von | 22. Januar 2025

dieses gelaber draußen. wenn ich gehe, gehe ich. am liebsten unbeschwert. das ist aber schwierig, denn andere gehen beschwert von kopfdingen. die müssen sie loswerden, unbedingt. und zwar laut. am schönsten ist es, wenn sie hinter dir gehen und irgendetwas lang und breit verkünden, irgendjemandem, den man nicht sehen kann. das geht ganz leicht, denn man kann einfach in ein mikro reden und denjenigen oder diejenige, die man nicht sieht, volllabern. blablabla. ich stelle mich an den rand und lass sie überholen. im winter kann man ihren atem wie sprechblasen über ihren köpfen sehen.

die sonne kämpfte. sie gewann. später war alles hell und ich fuhr straßenbahn. niemand laberte. dafür schmatzte die frau neben mir an einem döner. aber das war nicht so schlimm.

nein

Von | 7. Januar 2025

nein, sagte die blumenhändlerin meines vertrauens. sie hatte in ihrem laden buntes stehen. sogar die buntgemischten tulpen, die ich liebe. doch alles zu seiner zeit. nein, keine amaryllis mehr, kein tannengrün, nein, nein, nein. das ist jetzt vorbei. ich guckte betrübt. es ist doch noch winter. keine adventszeit mehr, weihnachten sei doch auch schon vorbei. find ich nicht. wir sind immer noch im weihnachtskreis. bis lichtmess glaub ich. nein. sagte ich. keine bunten tulpen. noch nicht. und da sah ich sie: zwei weisse amaryllisblüten. die! die! ja, sagte sie da. die sind doch auch schön. und ganz von hinten aus ihren ladengewölben brachte sie zwei zweiglein kiefergrün. zusammen mit meinen übrig gebliebenen kiefer- und eukalyptuszweigen ists perfekt. wunderschön. JA!

frohes neues

Von | 4. Januar 2025

auf streifzügen entdecke ich. diesesjenes. nah dem museum ein werbeplakat, dahinter knallrote beeren an einem strauch. schöne kombi, denke ich, und drücke auf den auslöser.

es ist ja nicht schwer, eigentlich. wenn der schweinehund grunzt, muss er halt ein bissl gestreichelt werden, er muss gute rede kriegen, dann gehts schon. die straßenbahn bringt dich schon weit, recht weit. steigst irgendwo aus, heut mal am Neuen Schlag in Laatzen. steigst aus, auf der straße, die lebhaft ist, verkehrsbrausen, tatütata. biegst schnell in eine nebenstraße, gehst am Hotelrestaurant Haase vorbei, gehst. nee. erstmal die speisekarte angucken. und dann siehste: keine sonntagsbraten mehr, hier. nur noch in der woche. vielleicht wieder im sommer? na gut, weiter. da kommt die kleine kirche St. Marien mit herrlichen goldsternen in den fenstern, dann weiter in die leinemasch. es ist still, es ist schön und hier ist gut laufen. wird leider nur so früh dunkel.

zuhause schmeisst du endlich den ofen an, setzt einen glühwein auf und schreibst. endlich.