
früher mal wanderten wir viel und weit. auf einem unserer wege kamen wir nach St. Märgen. wir aßen und schliefen dort in einem schönen gasthaus. ich erinnerte mich immer gern daran, dieser duft nach köstlichen speisen, die gepflegte gaststube, gemütlich rustikal, ganz herrlich. nun wünschte ich mir: lass uns doch mal hinfahren und gucken, ob wir da vielleicht noch mal einkehren wollen.
gesagt, getan, mit der bahn und schließlich noch zwei buslinien fuhren wir hin, schaukelten gemütlich durch schwarzwaldeinsamkeiten. in St. Märgen stiegen wir aus und freuten uns am frischen duft der tannen an diesem dunstigen tag. liefen durch den ort, sahen von weitem unser gasthaus der träume und eilten hin. seltsam, sagte ich. es sah recht mitgenommen aus, abblätternde farbe, fenster staubig. ein blick auf die speisekarte ließ uns stutzen, alles so mikrowellengeeignet. aber neugierig war ich und ging rein. und gleich wieder raus. ein fetter hauch von kaltem rauch gleich zum empfang… wieder ein traum ausgeträumt. alles kommt in die jahre und vieles in andere hände.

