
wer bin ich, wenn mich niemand anschaut? dieser buchtitel geht mir in letzter zeit im kopf herum. wer bin ich, wenn mich niemand anschaut?
die kopfabwendenden abwesenden menschen unterwegs, auf der straße, beim spazieren, in der u-bahn. und ihre kinder. und ihre hunde, ja, verzeihung, auch die. was geschieht ihnen? die köpfe der eltern, der frauchen und herrchen, sind woanders, drinnen und draußen woanders. schauen beim stehen, sitzen, gehen, nur auf ihre smartphone-displays. neben ihnen, vor ihnen, hinter ihnen schauen, greinen, winseln nicht angeschaute lebewesen. lebendige wesen aus fleisch und blut. man führt sie spazieren, gewährt ihnen ausgang, frischluft. gönnt ihnen worte wie: sei doch mal still, lass mich, ruhe, ruhig, schrei nicht so laut, still still still. wisch wisch wisch. einer stand vor einer rolltreppe, die ihm entgegenkam und erwachte.
kinder und hunde, rottet euch zusammen, brüllt, bellt, strampelt, heult! macht einen aufstand, der sich gewaschen hat. so geht’s doch nicht weiter!

