sonntagmorgen gedehnt

Von | 25. Oktober 2020

heut bleiben wir liegen, lang, drehen uns, wenden uns, es ist ja noch so früh. manchmal ein goldener blick aus dem fenster, mehr nicht. radio hören und schon wieder bedient sein. dann noch mehr radio hören und eine ganz wunderbare betrachtung von Arnd Brummer im kirchenfunk erleben. zum nachhören oder nachlesen:

https://rundfunk.evangelisch.de/kirche-im-radio/am-sonntagmorgen/pandemische-reformation-11400

dann hin- und hergehen, tee kochen, lesen, nachdenken. eine stunde mehr – das ist schön. habe ich sie schon vertrödelt? wahrscheinlich. der bücherstapel winkt. sich in ein buch verkriechen, wie in einen bau. ja! das geht gut mit „Schwitters“ von Ulrike Draesner. man schlägts auf, verschwindet darin, luft anhaltend, stöhnend, mitfühlend, mitleidend, lächelnd manchmal sogar. Kurt Schwitters im exil, dann auf der flucht, dann in seinem englischen refugium. neue MERZbauten, in Norwegen, in England. die frauen. der sohn. all or nothing. mir gings ans herz. Schwitters collagen, MERZbauten – mir scheint, dass Frau Draesner in ihrem buch ebenso collagiert, gebaut und weitergebaut hat. nächste woche geh ich mal wieder zum Schwittersgrab und leg ne rose hin. auch für seine frauen. die hattens nicht leicht mit ihm.

gehen im herbst

Von | 22. Oktober 2020

in den herbst laufen, zügig, aufnahmemodus für augenohrennasekamera, zügig. herbstduft, wasserkräuseln, kiesteich, leine, maschsee. nicht viel los heute morgen. überhaupt nicht. nicht im stadtteil, nicht auf diesen wegen. es ist warm, der parka wird um den bauch geschlungen. federn hin und wieder, sind die tauben in der mauser? schwarzweissgrau meist. an hänsel und gretel denke ich, die kiesel streuten, um den weg nicht. wer hilft mir hier auf die sprünge? zufälliger federnausfall, nichts weiter. gleich hinter der brücke steht ein mann, hoch aufgerichtet, arme gen himmel, atmet aus, senkt die arme, atmet ein, hebt die arme. ich gehe, über die nächste brücke, begegne hunden ohne leine, krähen, fahrradfahrern. am fluss entlang stehen bänke. ich gehe. von weitem sehe ich auf einer bank jemanden sitzen. ein weisshaariger mann? eine weisshaarige frau? wie heisst das, schlohweiss? näher dran entdecke ich, dass es ein kopfverband ist, frisch, bestimmt von eben gerade. der mann hat ein leicht verbogenes gesicht, hellgraue augen. schlappen an den füßen. da ist das krankenhaus. da sitzen zwei menschen in weissen kitteln und rauchen. bald bin ich in linden, nur noch die treppe hoch. schwarzer bär. buchladen Annabee. 10.000 schritte.

katzengesellschaft

Von | 12. Oktober 2020

von katzen lernen: genaues beobachten – geduldiges warten – maunzen, wenn ich was brauche – schlafen und schlummern in allen lagen – genüssliche fellpflege – schnurren, wenns behaglich ist – schlechtes wetter verratzen – ausdauerndes dehnen und strecken – hoheitsvolles schreiten – stundenlanges streunen durch wald und feld und hinterhof. vieles mehr. doch die mäuse spar ich mir. oder bringe sie jemandem dar, den ich (nicht) mag.