wort ohne bild

Von | 26. Januar 2025

an einem der letzten tage des vergangenen jahres

war ich im Sprengel Museum. saß lange vor einem bild

von Pierre Soulages. gern arbeitet er mit schwarz. dieses

bild aus dem jahr 1955 mit dem titel „Composition 55/56“

war auch dunkel, aber es gab noch, ganz behutsam einge-

setzt, andere farben. ich weiss nicht, ob ich es hier zeigen

kann (Bildrechte). aber meine gedanken dazu, die darf

ich ja teilen:

 

es wäre dunkel, im schwarz, im braun, im grau. wären

nicht spuren von rostrot, beige, gelb, wie sprünge, risse in

einer holz(?)wand.

ich denke an einen raum, in dem wände, planken, den weg

zum licht verstellen. könnte man nicht drumherum gehen,

wenn man es denn wollte? wie viele möchten im dunkeln

sitzen bleiben und lauschen. ihren litaneien. den schaben,

die hinter Tapeten krabbeln kratzen.

oder mit offenen augen das dunkel erkunden?

gibt es da sehnsucht? nach außen? was ist das da für

ein licht? was ist da draußen? lohnt ein aufstehen, ein

blick?

es könnte auch sein, dass ich von oben schaue, von einem alten

morschen dach mit unsicherem boden. nach unten schauen,

die ritzen und das größere „lichtelement“ deuten auf einen

erleuchteten raum hin, den ich nicht sehen kann.

was ist da?

6 Gedanken zu „wort ohne bild

  1. Sylvia Beitragsautor

    @mona lisa
    hihi, ja, als ich den beitrag reingestellt hatte, fiel mir auf,
    dass bei einigen gerade das thema „Sehen“ und „Augen“ dran ist.
    so etwas finde ich immer erstaunlich und verblüffend und auch
    irgendwie schön.
    herzliche grüße in deinen tag
    Sylvia

  2. Sonja

    Man muss das Bild nicht sehen, es gerät durch deine Beschreibung gar herrlich ins Vorstellungsvermögen!
    Liebe Grüße

  3. Sylvia Beitragsautor

    @Sonja
    das erfreut mich! diese kunstausflüge
    sind echt gut für seele:-))).
    lieber gruß
    Sylvia

  4. Dietmar

    den Soulages, den du wiedergibst, habe ich wieder vor Augen.
    Auch andere, frühere und spätere, die Erinnerung bestätigt deine Schilderung, wie man drum herum gehen kann,
    Bauwerke aus Bohlen und Balken, mit Spalten dazwischen, helle Blickdurchlässe, dahinter eine schwer zugängliche Welt

  5. Sylvia Beitragsautor

    @Dietmar
    das find ich ja wunderbar, dass dich der Text an eigene seherlebnisse erinnert. Soulages sieht man viel zu selten, find ich. Sprengel Museum sollte öfter umhängen:-)))…
    hab ein gutes wochenende !
    lieber gruß
    Sylvia

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