an einem der letzten tage des vergangenen jahres
war ich im Sprengel Museum. saß lange vor einem bild
von Pierre Soulages. gern arbeitet er mit schwarz. dieses
bild aus dem jahr 1955 mit dem titel „Composition 55/56“
war auch dunkel, aber es gab noch, ganz behutsam einge-
setzt, andere farben. ich weiss nicht, ob ich es hier zeigen
kann (Bildrechte). aber meine gedanken dazu, die darf
ich ja teilen:
es wäre dunkel, im schwarz, im braun, im grau. wären
nicht spuren von rostrot, beige, gelb, wie sprünge, risse in
einer holz(?)wand.
ich denke an einen raum, in dem wände, planken, den weg
zum licht verstellen. könnte man nicht drumherum gehen,
wenn man es denn wollte? wie viele möchten im dunkeln
sitzen bleiben und lauschen. ihren litaneien. den schaben,
die hinter Tapeten krabbeln kratzen.
oder mit offenen augen das dunkel erkunden?
gibt es da sehnsucht? nach außen? was ist das da für
ein licht? was ist da draußen? lohnt ein aufstehen, ein
blick?
es könnte auch sein, dass ich von oben schaue, von einem alten
morschen dach mit unsicherem boden. nach unten schauen,
die ritzen und das größere „lichtelement“ deuten auf einen
erleuchteten raum hin, den ich nicht sehen kann.
was ist da?
Du hast ja „Monas Augen“ 😉
Liebe Grüße zum Wochenanfang.
@mona lisa
hihi, ja, als ich den beitrag reingestellt hatte, fiel mir auf,
dass bei einigen gerade das thema „Sehen“ und „Augen“ dran ist.
so etwas finde ich immer erstaunlich und verblüffend und auch
irgendwie schön.
herzliche grüße in deinen tag
Sylvia
Man muss das Bild nicht sehen, es gerät durch deine Beschreibung gar herrlich ins Vorstellungsvermögen!
Liebe Grüße
@Sonja
das erfreut mich! diese kunstausflüge
sind echt gut für seele:-))).
lieber gruß
Sylvia
den Soulages, den du wiedergibst, habe ich wieder vor Augen.
Auch andere, frühere und spätere, die Erinnerung bestätigt deine Schilderung, wie man drum herum gehen kann,
Bauwerke aus Bohlen und Balken, mit Spalten dazwischen, helle Blickdurchlässe, dahinter eine schwer zugängliche Welt
@Dietmar
das find ich ja wunderbar, dass dich der Text an eigene seherlebnisse erinnert. Soulages sieht man viel zu selten, find ich. Sprengel Museum sollte öfter umhängen:-)))…
hab ein gutes wochenende !
lieber gruß
Sylvia