das ist papas nussbaum, sag ich immer, wenn ich dran vorbei komm. manchmal aber frag ich mich, ob das wirklich stimmt. ist er wirklich schon so alt, oder wurde an der stelle des alten ein neuer gepflanzt?
früher war hier eine fabrik. Wollwäscherei und Kämmerei, WwuK. mein vater arbeitete hier, zuletzt in der fettfabrik. dort wurde der wolle das fett entzogen, die rückstände lagen in den klärteichen nahbei. es stank manchmal. jetzt ist da eine große wiese, hundewiese, sag ich immer. hier stehen oft menschen mit ihren hunden im kreis, eine hundetrainerein erklärt sachen. im winter stehen hier schneemänner. das wollfett roch nach schaf und sah golden aus, es half bei vielen gebrechen. wir hatten immer eine büchse zuhaus.
die fabrikhallen jenseits der eisenbrücke sind abgerissen, schon lang. nun sind da wohnhäuser gebaut, viele, das wehr ist hotspot für guckende und fotoshooter inzwischen. an die alte fabrik erinnern nur noch wenige relikte.
früher, im herbst hatte mein vater immer walnüsse in der schwarzen tasche wenn er heimkam, nüsse neben dem leeren butterbrotpapier. ich fand die nüsse köstlich. wenn sie geknackt waren, zog ich die gelblich-goldene haut von der nuss, der weisse kern schmeckte süß. der baum stand an dieser stelle. ist er es noch? ist es ein stellvertreter? ich weiss es nicht. eine nuss habe ich neulich beim spaziergang gefunden. die liegt jetzt auf dem tisch. vielleicht knacke ich sie. vielleicht auch nicht.

Was für eine,
liebe Sylvia,
eindrückliche Geschichte, was für Erinnerungen!
Dass aus dem Ort, wo einmal eine Fabrik stand nun eine Wiese entstanden ist, ist einfach nur schön!
Ich sehe im Geist die winterlichen Schneemänner, die Kinder gebaut haben und um die Hunde sich nachjagen… 🙂
Mit lieben Grüssen ins Heute
Hausfrau Hanna
@hausfrau hanna
ja, es ist ein schöner ort voller erinnerungen:-)!
bin gern dort und schaue herum…
danke für den lieben kommentar!
Sylvia
Wie schön, deine Erinnerungen an den Vater, an seine Arbeit und den alten Nussbaum.
Dabei spielt es kaum eine Rolle, ob es wirklich noch derselbe Baum ist oder nicht.
Einen lieben Herbstgruss zu dir.
die erinnerungsnuss an familiengeschichte, an ortgeschichte und altes handwerk – ich freue mich über das potenzial dieser nuss. die freude über vom vater mitgebrachte nüsse kenne ich auch. herzlichen gruß, roswitha
Durch deine Erwähnung diverser Gerüche werden die Schilderungen ganz schön intensiv.
Ein Walnussbaum trägt erst nach zwanzig Jahren…
Gruß von Sonja
@Brigitte
da hast du recht, es spielt wirklich keine rolle:-))).
danke! hab ein feines wochenende.
lieber gruß
Sylvia
@roswitha
vielleicht ist es wirklich eine zaubernuß:-))).
danke, und hab ein schönes wochenende!
lieber gruß
Sylvia
@Sonja
oh, das wusste ich gar nicht, dass das so lange dauert!
auf jeden fall liegt die nuss noch vor mir auf dem tisch,
unversehrt. wahrscheinlich wegen der erinnerung;-).
danke und lieben gruß ins wochenende
Sylvia
danke fürs mit in die Erinnerung nehmen…
liebe Grüße Wolfgang
@Wolfgang
herzlich willkommen! sehr gern.
hab ein wenig auf deinem blog gestöbert,
es gefällt mir vieles, was ich lese:-).
ich komm wieder!
lieber gruß
Sylvia
es gibt doch diesen ausdruck: „in a nutshell“ … das ist dir hier sogar wortwörtlich gelungen … vater-kindheit-in a nutshell … schön!
liebe grüße, andrea
@andrea
in a nutshell – wie schön, danke! den
find ich mal richtig gelungen, diesen
vergleich. hab einen schönen tag!
lieber gruß
Sylvia
Schön, wenn man solch feine Erinnerungen teilen kann.
Ich lese so etwas sehr gern, kommen doch eigene, andere Geschichten wieder zu Bewusstsein.
@mona lisa
stimmt, bei mir jedenfalls kommen viele gedanken hoch, wenn ich in dieser ecke bin. schön, wenn du es gern liest:-)!