im wald im regen gehen. am wegrand kleine schrifttafeln, gerundet, eine hinter der anderen. borke liegt daneben, wie hingeweht. lange stehe ich und buchstabiere, aber es kommt nichts verständliches dabei heraus. ich muss das schriftbild wohl mit in meine träume nehmen.
Sonja vom Wildgans-blog (blogroll) hat mich ausgewählt, die nächste schreibaktion in gang zu setzen. sie hat meinen kommentar zu ihrem beitrag https://wildgans.wordpress.com/page/1/ zu ihrem Favoriten erklärt, ganz herzlichen Dank dafür!
erinnerungen an berlinreisen. jedes jahr oktober, vorm mauerfall. danach nur noch hin und wieder. hin und wieder hin und her. nun keine grenzer mehr an der Friedrichstraße, die dein linkes ohr sehen wollen. keine angst mehr, dass dir die geschmuggelten noten und familiengottesdienstentwürfe aus dem unterhosengummi rutschen. kein warten mehr in den eitergelben gängen bis man endlich drüben war. im osten. nicht mehr die sagenhaft preiswerten bücher und platten, gekauft vom täglichen eintrittsgeld. kein schnaps mehr für ne mark. und immer das wahrzeichen vor augen. da konntest du dich nicht verlaufen. von fast überallher kannst du ihn sehen, den hohen turm. ein einziges wanderzeichen mitten in der stadt. und so zogst du und ziehst du durch Berlin, das immer glatter wird. will das nicht verteufeln. aber sie war anders, die zeit mit dem braunkohlengeruch und dem allgegenwärtigen desinfektionsmittelgestank. irgendwie gefühlt grauer und rauer. aber auch – ja was? geselliger? ein wenig erinnerte es mich an die kinderzeit nach dem krieg. irgendwie. die kommt ja auch nicht wieder. ist (n)ostalgie blöd? ja, ich denke schon. schon sehr. wie gut, dass man nun einfach so durch die ganze stadt kann. und wieder raus. und wieder rein. keiner dich fragt, was du hier willst. ob du nicht gefälligst deinen rucksack auspackst. und was das ist und was das ist. und wo du damit hinwillst. wer? wo? was? trotzdem ist da manchmal sowas wie heimweh. wie seltsam. es ist wohl die kinderzeit, die kinderzeit, die an dir zieht.