
manchmal muss man kratzen…

manchmal muss man kratzen…

durch den Wiehbergpark lief ich gestern und dachte an früher. hier stand ein schlösschen, ich weiss es noch. ein direktor der Wollwäscherei und -kämmerei wohnte dort. wir waren manchmal dort eingeladen, wir wollearbeiterkinder. ich erinnere mich vor allem ans ostereiersuchen. im kindergarten hatten wir körbchen gebastelt. die nahmen wir mit in den park und suchten und suchten die bunten leckeren sachen im grünen. Das „schlösschen“ stand auf einer kleinen erhöhung. wir spielten gerne dort, kullerten den abhang runter, wieder und wieder. war das ein spaß! kakao gab es glaub ich auch. allzu viel weiss ich nicht mehr davon, die atmosphäre aber behielt ich.
heute ist das schlösschen längst verschwunden. ein rondell mit steinvasen gibt’s da noch. und viele alte bäume, auch apfelbäume, die ihre zweige tanzen lassen. vor einem dieser apfelbäume stehen sträucher mit knackebeeren. die warfen wir früher auf den boden und zerknallten sie mit unseren sohlen. knackebeeren und apfelbaum tanzen zusammen und erinnern mich ans ostereiersuchen im park. bei Heintzes.

heute morgen auf dem balkon hörte ich ein summen. ich schaute auf die straße und sah eine kleine weißhaarige gebückte frau. mit ihrem stock tockte sie den takt zum lied „alle vögel sind schon da“.