blind date im regenrausch

Von | 10. September 2020

Hannovers Stadtteilkultur hat sich was lustiges einfallen lassen, das Blind Date. anmelden muss man sich, zu einem bestimmten termin. man weiss nicht, wohin es geht, man weiss nicht, was einen wo erwartet. irgendwas kulturelles halt. fast konspirativ. der treffpunkt wird nach anmeldung mitgeteilt und juppheidi gehts dann los.

gestern abend ab ins grüne. eine hochhaussiedlung, ein etwas unwirtlicher marktplatz, immerhin mit bücherschrank. dort trafen sich die kulturlustigen (25 an der zahl, Corona! Corona!), um zum weihevollen ort zu pilgern. endlich angekommen, ließen sie sich nieder, auf vorher immer wieder vom wasser befreiten hockerchen. denn vom himmel triefte es. und am ausgewählten ort, einer grünen oase am rande des platzes, saßen wir: Carsten Bethmann, Musiker, Sylvia Hagenbach, Autorin. zum glück ein wenig „bedacht“, aber der wind kam von vorn, deshalb:

noch nie sind meine texte so gut gewässert worden. fast noch nie haben sich die saiten von Carstens gitarre so herrlich verzogen, auch die Kanija hatte was abgekriegt. nur das saxophon war nicht verstimmt. auch nicht die gäste, und wir zwei performenden schon gar nicht. es war sehr witzig, im nieselregen aufzutreten. die vorsorglichen wäscheklammern brauchte ich nicht, die textseiten klebten von selbst am notenständer. die ausgelesenen zog ich herunter und stapelte sie unter meinem stuhl zu einem wilden haufen. wehen konnte nix. alles blieb kleben.

es war eine herrliche veranstaltung in einer leicht schrägen urbanen gegend. das publikum harrte geduldig aus und hat sich auch gut amüsiert, jedenfalls hörte es sich so an. könnt man gern so wieder machen. aber vielleicht dann nächstes mal vorher ein ernstes wort mit Petrus reden. die wetter-app jedenfalls stellt sich ganz unschuldig. obwohl!

der arbeitstitel für die textauswahl lautete übrigens: Der Himmel über Hannover. Hihi.

https://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Freizeit-Sport/Freizeiteinrichtungen/Stadtteilkultur/Blind-Date-Kultur-2020

noch ein aufgelesener

Von | 9. September 2020

kleines klecksgespenst, am boden! hätte es eine dottergelbe mitte, wär es fast ein spiegelei. so aber hat ihm jemand eine blaue tätowierung, stoppelhaare, augen mund und nase gegeben. nun liegt es da, am boden, beobachtet das kommen und gehen der vielen gäste des Zinnober 2020, die neugierig durch die ateliers streiften. worüber mögen sich künstlerIn und klecksgespenst im grauen alltag unterhalten, wenn all die eiligen füße schon wieder davon sind?

https://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Museen-Ausstellungen/Bildende-Kunst/ZINNOBER