
er fließt. der verkehr fließt, die luft ist frischer als in der stadt, in der ich lebe. es stinkt nicht permanent nach abgasen. es gibt weniger autos, dafür viel mehr fahrräder. und die werden bewegt, zu jeder tages- und nachtzeit. nie wird es langweilig, irgendwo zu sitzen und zu gucken. einfach so. am morgen sitzen wir vor einem café an einer straßenkreuzung und betrachten die fahrradbeweger. einer gähnt, den mund weit aufgerissen. ein anderer reibt sich parfüm oder rasierwasser hinter die ohren. eine isst ein sandwich, eine telefoniert, einer spannt gerade, mitten im fahren, seinen regenschirm auf. alle achten auf alle, nur einmal hupt jemand und gestikuliert. kein geschreie, kein gefuchtel, kein geschimpfe. alle geben acht, autofahrer, radfahrer, fußgänger. sie bewegen sich vorausschauend, selten guckt jemand unterwegs aufs handy. eine große wahrnehmungsschau. etwas sehen, kurz abstoppen, durchlassen, weiterfahren. kaum jemand muss absteigen vom rad. faszinierend. ich wünsch mir was…

