eindringlich

Von | 13. Mai 2019

der mann am nebentisch sprach über eindringlinge. Zum beweis zeigte er ein foto: die würden sich verbreiten und verbreiten und alles andere vertreiben. auf solche nachbarn, sagte er, könne er getrost verzichten. die sowas dulden, die alles schluren lassen und dann – käme dies ganze gedöns rüber. anklagend zeigte er ein beweisfoto. die frau, die mit am tisch saß, äußerte entzücken. wie hübsch! wie nett! eine richtige wiese! der mann wurde fuchsteufelswild. was? was? unkraut ist das, unkraut!!! löwenzahn! und dann auch noch der rote klee! jedes ding muss man einzeln rausgraben, das ist doch eine sauerei. und gänseblümchen! auf dem rasen! auf dem rasen! die frau fragte verwirrt, was denn daran so schlimm sei. eine bunte wiese… das IST keine WIESE! brüllte der mann. das ist ein rasen. mein rasen! und die – gehören da nicht hin. und da – machte ich mir gedanken. wenn das schon im garten los geht… dann…??? oder?

maigrün

Von | 9. Mai 2019

dieser tage denke ich oft an Herrn Abel. Herr Abel war der leiter unseres schulchors. wenn er lachte, blitzte ein silberzahn. er lachte oft und er brachte uns lieder bei, die wir meist seltsam fanden. altmodisch, schon damals. trotzdem liebten wir das singen mit ihm. sehr schwungvoll war sein dirigieren und das riss uns mit, egal ob altmodisch oder nicht. ein lied hiess: der mai der mai, der lustige mai, der kommt herangerauschet. ich ging in den busch und brach mir einen mai, der mai uhund deher wahar grüüüüüne. trallalla trallallallalla, der mai uhund deher wahar grüüüüüüüne. das fiel mir gestern ein, als ich unter der kastanie stand.