
ohne worte

ohne worte

in der küche soll man aufmerksam sein. dann begegnen einem knoblauchgnome, rührschüsselmonster, ärgerliche appelgriepsche. schnell muss man sein, ihnen manchmal mehr farbe und ein aquarellbeet hinzugeben, dann beginnen sie ein anderes leben. für eine weile. dann schrumpeln sie, fallen zusammen, verschwinden. wollen wir mal schauen, wie der appelgriepsch sich verwandelt. und dann? wer weiss. das spielen darfst du nie verlernen.

manchmal morgens sind die augen noch wie blind, mensch tappst durch die wohnung, automatisch findet sie kaffeedose, brot, käse, obst. manchmal morgens sind die augen offen und hellwach und gleich beim ersten blick aus dem fenster erstehen erstaunliche bilder. dieses fand ich gestern morgen. wer mag da wohnen? wer wohnt hinter den fenstern dieses spiegelbildes, wer hinter dem spiegel? sehen sie sich manchmal von weitem, die da wohnen? winken sie sich zu oder ducken sie sich, ertappt, unters fensterbrett? bestimmt kenne ich sie vom sehen, grüße sie auf der straße, sitze in der sonne mit ihnen auf dem platz. manchmal denke ich an da buch, das ich mal las über eine frau, die kuchen buk und menschen besuchte, die sie gar nicht kannte. manchmal frage ich mich: sollte ich auch mal? schüchtern darf man dann nicht sein. wahrscheinlich wird es nicht passieren.