SYLVIA HAGENBACH

Texte und Bilder

so schnell

Tagebuch — Sylvia am 24. September 2016  

so schnell klappt es nicht mit dem ankommen zu hause. noch immer fühle ich mich ein wenig aus der welt gefallen. wache ich früh auf und schiebe den vorhang zur seite, sehe ich meine straße, wie sie immer ist. das ist beruhigend und schön und hilft ein wenig. doch immer noch denke ich an die frühmorgenblicke auf dem schiff. manchmal nichts als fluss und bäume. manchmal überraschendes, wie an diesem morgen. aus der dämmerung schiebt sich ein bild an mir vorüber. eine sandbank. darauf ein mann. ein häuschen? ein gestrandetes hausboot? seine zwei weissen freunde spazieren ungerührt weiter. nur der mann schaut auf, wundert sich vielleicht oder auch nicht über mich, die nicht aufhören kann, auf dieses bild zu schauen. vielleicht ist es ja doch nur ein traum.

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lass uns nen walzer tanzen

Tagebuch — Sylvia am 20. September 2016  

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lass uns

nen walzer

tanzen

die donau

macht mit

ganz langsam

links rum und

rechts rum

im knie

hockt ein vieh

ists reiher?

ists reh?

ach nee

es ist ein biber

der ist mir lieber

der biber

der kanns

fast so gut

wie der franz

linksrum und

rechtsrum

und dann noch mal

ganz

rum

ta-ta-ta-ta

taraaaa

 

donausehnsucht

Tagebuch — Sylvia am 19. September 2016  
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es fehlt mir das rauschen das gluckern das rieseln bei tag bei nacht mir fehlt dieser blick aus dem fenster im dunklen auf lichter der orte am ufer das satte dunkle nichts der nacht am morgen das erwachen der sonne wie sie hervorsteigt hinter den wäldern wie sie dem wasser ein rosa ein rot schenkt wie der fluss eilt und strömt oder träge in seinem bett ruht die reiher die kormorane die möwen enten gänse die pelikane.  die feuer bei nacht das ferne lachen und flaschenklirren die dunklen gestalten der angler am ufer wie meditierende mönche in sich versunken. ganz versunken.

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